Sie möchten, dass die Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen gerne und voller Elan arbeiten? Dann sollten Sie bei der intrinsischen Motivation ansetzen.
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Wenn alle an einem Strang ziehen
Es ist mal wieder Montag. Einer dieser Tage, an denen man eher träge mit der Arbeit beginnt. So oder so ähnlich kennen es viele Angestellte. In Ihrem Team sieht es jedoch ganz anders aus. Sie treffen auf Kollegen, die mit strahlenden Augen und voller Tatendrang an ihren Projekten arbeiten.
Wie kommt das? Stehen Bonuszahlungen an? Gab es Druck „von oben“? Nein, alle handeln aus eigenem Antrieb. Der Grund dafür: intrinsische Motivation. Wie Sie eine solche Atmosphäre und Begeisterung erschaffen können, erfahren Sie in diesem Artikel.
Was versteht man unter intrinsischer Motivation?
Als intrinsische Motivation beschreibt man den inneren Antrieb, der aus persönlichem Interesse, aus Freude oder dem Streben nach Sinn entsteht. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie „von innen heraus“. Das bedeutet, die intrinsische Motivation ist eine selbstbestimmte Form der Motivation.
Intrinsisch motivierte Mitarbeiter erleben daher ihren Job als erfüllend und setzen sich langfristig für Ziele ein, von denen sie überzeugt sind. Sie zeigen mehr Initiative, lösen Probleme eigenverantwortlich und bleiben auch in schwierigen Phasen engagiert. Durch die stärkere Identifikation mit den Unternehmenszielen tragen sie zudem maßgeblich zum Gesamterfolg bei.
All das reduziert den Stress im Team und bei den einzelnen Personen. Unterm Strich läuft dann vieles – stark vereinfacht – harmonischer und reibungsloser ab.
Intrinsische vs. extrinsische Motivation: Wo liegen die Unterschiede?
Motivation ist nicht gleich Motivation. Oft wirkt bei Menschen das Prinzip der extrinsischen Motivation. Sie wird durch äußere Faktoren ausgelöst. Dazu zählen finanzielle Anreize wie Gehaltserhöhungen, Boni oder Beförderungen sowie soziale Anerkennung. Auch Drohungen, Jobverlust oder anstehende Kündigungen können Mitarbeiter antreiben.
Diese Art der Motivation ist zwar effektiv, um kurzfristige Ziele zu erreichen, doch sie hat ihre Grenzen. Sobald der externe Anreiz wegfällt, lässt die extrinsische Motivation nach.
Intrinsische Motivation hingegen basiert auf inneren Werten und Bedürfnissen. Sie entsteht beispielsweise, wenn Menschen ihre Arbeit als sinnvoll erleben, eigenständig arbeiten können und das Gefühl haben, kompetent und wichtig zu sein. Diese Faktoren gelten als Grundpfeiler für ein nachhaltiges Engagement.
Wie entsteht intrinsische Motivation bei Mitarbeitern?
Intrinsische Motivation lässt sich nicht befehlen, denn das wäre eine Form der extrinsischen Motivation. Sie ist jedoch auch kein Zufallsprodukt. Begeisterung für den Job, das Unternehmen und auch für herausfordernde Ziele entsteht, wenn bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sind.
Sinnhaftigkeit
Mitarbeiter müssen verstehen, warum ihre Arbeit wichtig ist und welchen Beitrag sie zum Ganzen leisten. Eine klare Vision, verbunden mit realistischen und verständlichen Vorgaben, hilft dabei, diesen Sinn zu vermitteln.
➡ Zeigen Sie auf, wie jeder Mitarbeiter und jede Aufgabe zur Verwirklichung der Unternehmensstrategie beiträgt.
Autonomie
Geben Sie Ihren Mitarbeitern Freiräume. Lassen Sie sie in einem gewissen Rahmen eigene Entscheidungen treffen und ihre Arbeit selbst gestalten. Das stärkt das Gefühl von Eigenverantwortung und fördert die intrinsische Motivation.
➡ Agile Teams und flexible Arbeitsmodelle sind hier wirksame Hebel.
Kompetenz
Die meisten Menschen möchten sich weiterentwickeln, ihre Fähigkeiten erweitern und ihr Wissen einbringen. Auch das Gefühl, in Ihrer Firma etwas bewegen zu können, sorgt für einen Energieschub.
➡ Bieten Sie Weiterbildungen an und zeigen Sie Karrierepfade auf.
Strukturen
Teil einer Gruppe zu sein, in der man sich wohlfühlt und akzeptiert wird, das möchten die meisten Angestellten haben. Ein Gefühl der Zugehörigkeit ist daher wichtig.
➡ Fördern Sie die Zusammenarbeit im Team. Verbessern Sie sukzessive die Unternehmenskultur.
Checkliste: Wie Sie die intrinsische Motivation fördern können
✅ Unternehmensziele kommunizieren
✅ Beitrag jedes Mitarbeiters zum Erfolg erklären
✅ Freiräume für eigene Entscheidungen geben
✅ Agile Methoden wie Scrum einführen
✅ Flexible Arbeitsmodelle anbieten
✅ Externe und interne Weiterbildungen fördern
✅ Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen
✅ Stärken und Fachwissen gezielt einsetzen lassen
✅ Regelmäßiges Feedback geben
✅ Wertschätzung zeigen
✅ Offene Unternehmenskultur fördern
✅ Work-Life-Balance aktiv unterstützen
✅ Auf Überlastung achten und gegensteuern
✅ Individuelle Bedürfnisse berücksichtigen
✅ Erfolgserlebnisse sichtbar machen und feiern
✅ Tools für selbstständiges Arbeiten bereitstellen
Die Nachteile intrinsischer Motivation im Arbeitsumfeld
Höhere Leistung und Produktivität, größere Loyalität und mehr Kreativität: Das sind wichtige und positive Aspekte, wenn Ihre Angestellten ihre Aufgaben aus eigenem Antrieb erledigen. Doch es gibt auch Herausforderungen, die es zu beachten gilt.
Schwierige Messbarkeit
Intrinsische Motivation ist schwieriger zu erfassen als extrinsische Faktoren wie Gehalt oder Boni. Dadurch ist es schwierig, den Erfolg von Maßnahmen zur Förderung der intrinsischen Motivation direkt nachzuweisen.
Individuelle Unterschiede
Was den einen motiviert, muss nicht zwangsläufig beim anderen funktionieren. Es erfordert daher eine individuelle und damit aufwändigere Herangehensweise, um die Eigenmotivation jedes Mitarbeiters zu fördern.
Risiko von Überforderung
Wenn Mitarbeiter zu stark intrinsisch motiviert sind, kann das dazu führen, dass sie ihre eigenen Grenzen übersehen und sich überarbeiten. Es muss somit eine gesunde Work-Life-Balance gefunden werden, die aber trotzdem die Ziele Ihres Unternehmens nicht aus den Augen verliert.
Mögliche Überforderungen
Moderne Arbeitsmethoden wie Scrum basieren auf Selbstorganisation, bei der Teams ihre Aufgaben eigenverantwortlich untereinander verteilen. Doch nicht alle Mitarbeiter kommen mit diesem Ansatz gleich gut zurecht. Manche schätzen die Eigenverantwortung, andere brauchen klare Vorgaben und Struktur, um effektiv arbeiten zu können.
Geringere Produktivität
Sprechen Sie zu viel die intrinsische Motivation an, geben Sie Kontrolle ab und setzen auf die Eigenverantwortung der Kollegen. Das könnte dazu führen, dass einige Mitarbeiter ihre Freiheit ausnutzen und am Ende unproduktiver arbeiten.
Fazit
Intrinsische Motivation entsteht nicht von allein. Schaffen Sie daher Rahmenbedingungen, die Sinn, Autonomie und Kompetenz fördern. Bleiben Sie dabei achtsam, um Überforderung oder Produktivitätsverluste zu vermeiden. Denken Sie daran, dass sie unter Umständen viele kleine, individuelle Anpassungen vornehmen müssen.
Fragen und Antworten
Was versteht man unter intrinsischer Motivation?
Welche Vorteile hat intrinsische Motivation für Unternehmen?
Kann intrinsische Motivation gemessen werden?
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