5 Why Methode: Mit 5 Fragen Ursachen aufdecken | Praxis-TippsNach Kündigung doch bleiben: Wann es sinnvoll sein kann

Nach der Job-Kündigung doch bleiben? Darum ist das wahrscheinlich keine gute Idee

Nach der Job-Kündigung doch bleiben? Darum ist das wahrscheinlich keine gute Idee
Jobwechsel & Kündigung
25. März 2023
25. März 2023

Sie haben gekündigt, hadern aber aus verschiedenen Gründen mit Ihrer Entscheidung? Dann sollten Sie nun mit Bedacht vorgehen und unsere Ratschläge beherzigen.

Inhalt

Eine Kündigung muss nicht das Ende sein

Ihre Entscheidung ist gefallen, sie wollen kündigen. Für diesen einschneidenden Schritt haben Sie wahrscheinlich nicht nur einen Grund. Doch so merkwürdig es klingen mag: Dass Sie Ihrem Vorgesetzten gegenüber aussprechen, dass Sie kündigen möchten, oder ihm gar direkt ein ordentliches Kündigungsschreiben überreichen, muss nicht zwangsläufig ein Aus bedeuten.

Unter bestimmten Umständen kann es sein, dass Sie trotz einem ersten Kündigungswunsch im Unternehmen bleiben (möchten). Wie kann es dazu kommen? Hier zwei mögliche Szenarien und ihre Folgen.

Szenario 1: Sie haben gekündigt und wollen zurück

Jeder Mensch tut manchmal Dinge, die er bereut. So kann es passieren, dass Sie in einem stark emotionalen Moment Ihre Kündigung aussprechen. Häufig ist dies der Fall, wenn es Unstimmigkeiten mit dem Vorgesetzten gibt und die Situation schon länger angespannt ist.

Aber auch wenn Sie Ihren Schritt gut überlegt haben und in aller Ruhe kündigen, kann es vorkommen, dass Sie einen Rückzieher machen wollen. Zum Beispiel, weil Sie merken, dass Sie trotz Ihres Kündigungsgrundes Ihre Kollegen, Ihre Geschäftskontakte oder Ihre Aufgabe vermissen werden. Oder es ändert sich kurzfristig Ihre private Situation und Sie sind nun auf den Job und das Einkommen angewiesen.

Was auch immer die Gründe für Ihren möglichen Rückzieher sein mögen: Überlegen Sie sich genau, ob Sie Ihre Kündigung zurücknehmen möchten! Warum?

  • Der Verlauf eines Kündigungsgespräches ist in der Regel unvorhersehbar. Aufgestaute Emotionen oder Unstimmigkeiten auf beiden Seiten können einen Einfluss auf den Gesprächsverlauf und den Gesprächsausgang haben. Das Verhalten im Kündigungsgespräch spielt eine wichtige Rolle.
  • Sie haben freundlich gekündigt, trotzdem hat Ihr Zurückrudern für Fragezeichen gesorgt. Schließlich wissen Ihr Vorgesetzter, die HR-Abteilung und unter Umständen auch Ihre Kollegen und Geschäftskontakte, dass Sie das Unternehmen eigentlich verlassen wollten.

In beiden Fällen müssen Sie sich im Klaren sein, dass Ihr Vorhaben – die Kündigung zurückzunehmen – negative Auswirkungen auf Ihr Image haben kann. Ein Gesichtsverlust kann die Folge sein. Unabhängig davon, ob es zu einer Rücknahme der Kündigung bzw. zur Wiedereinstellung nach Ihrer Kündigung kommt oder nicht.

Denn durch Ihr Verhalten zeigen Sie, dass Sie wichtige Vorhaben (und das ist eine Kündigung!) undurchdacht angehen, wankelmütig sind und nicht zu Ihrem Wort stehen. Ihr Rückzieher könnte auch den Eindruck vermitteln, dass Sie wenig resilient oder verzweifelt sind. Möchten Sie dieses Bild abgeben und damit im Unternehmen bleiben?

Szenario 2: Sie erhalten ein Gegenangebot

Sie kündigen Ihre Arbeitsstelle. Doch das Kündigungsgespräch nimmt eine unerwartete Wendung: Ihr Teamleiter will Ihrer Vertragsauflösung nicht zustimmen und unterbreitet Ihnen ein Gegenangebot. Er bietet Ihnen beispielsweise mehr Gehalt, attraktive Zusatzleistungen oder eine höhere Position an.

Was nun? Bleiben Sie felsenfest bei Ihrer Entscheidung? Nehmen Sie das Gegenangebot direkt an? Oder sollten Sie versuchen, noch bessere Konditionen herauszuholen?

Die Antworten auf diese Fragen erhalten Sie in unserem Fact Sheet, das Sie hier kostenlos herunterladen können:

Nehmen Sie das verlockende Angebot an, können Sie nach Ihrer eigenen Kündigung in der Firma weiterarbeiten. Doch dies hat Konsequenzen! Ihr Arbeitgeber weiß nun, dass Sie unzufrieden und abwanderungswillig sind.

Sie sollten sich im Klaren sein, dass Sie von nun kritisch beäugt werden. Und es mag sein, dass man Ihnen keine neuen Projekte zuweist oder Sie von Gehaltserhöhungen ausschließt (es sei denn, das versprach man Ihnen beim Gegenangebot). Auch das Verhältnis zu Ihren Vorgesetzten und Kollegen kann negativ beeinflusst werden.

Was bedeutet das? Wie sollten Sie kündigen?

Kündigen Sie nie spontan und unüberlegt. Seien Sie sich absolut sicher, was Sie wollen! Möchten Sie wirklich Ihre jetzige Position aufgeben und Ihr Unternehmen verlassen – und das mit allen Konsequenzen? Finden Sie ein klares Ja.

Um Ihre Absicht zu unterstreichen, ist es ratsam, sich vor Ihrer Kündigung nach einem neuen Job umzuschauen. Als IT Experte werden Sie in unserer IT Stellenbörse schnell fündig. Im Idealfall haben Sie den Bewerbungsprozess bereits durchlaufen und dank erfolgreicher Gehaltsverhandlungen eine neue, lukrative Position ergattert. Mit der Zusage zu Ihrem neuen Job und von Ihrem Wunscharbeitgeber fällt es Ihnen leichter, Ihre aktuelle Stelle aufzugeben und den Kündigungsprozess ohne Wenn und Aber zu durchlaufen.

Wenn Sie sich dagegen unsicher sind, ob Sie Ihren Job wirklich aufgeben wollen, sollten Sie nicht kündigen. Versuchen Sie stattdessen, sich wieder zu motivieren und Spaß an der Arbeit zu haben. Oder sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten darüber, dass Sie mit der derzeitigen Situation unzufrieden sind. Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie das Problem lösen können.

Die dritte Option: Sie pokern. Das heißt, Sie sprechen die Kündigung nur aus, um Druck auszuüben. Wenn Sie wissen, dass Ihr Arbeitgeber sie braucht, stehen die Chance gut, dass er Ihnen ein attraktives Angebot zur Weiterbeschäftigung unterbreitet. Allerdings sollten Sie sich im Klaren sein, dass diese gewagte Strategie auch nach hinten losgehen kann und einen entsprechenden Eindruck hinterlässt.

Arbeitnehmer nimmt das Gegenangebot des Arbeitgebers noch nicht an, sondern stellt Forderungen.

Wie arbeitet man nach einer zurückgezogenen Kündigung?

Das ist eine gute Frage. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass Ihr Vorhaben, das Unternehmen zu verlassen, einige Konsequenzen nach sich ziehen wird. Zeigen Sie dafür Verständnis. Versuchen Sie, mit guten Leistungen zu glänzen und polieren Sie Ihr Image wieder auf. Übertreiben Sie es aber nicht! Gehen Sie in kleinen Schritten und nachhaltig vor, um kontinuierlich Ihren Status zu verbessern.

Wenn Sie jedoch merken, dass Sie bald wieder frustriert sind und dieser Frust nicht abzubauen ist, gibt es nur eine Konsequenz: Suchen Sie sich einen neuen Job!

Bilder: Adobe Stock

Über den Autor

Autorenprofil

Ansprechpartner und Blog Autor Björn Bengl

Geschrieben von:

Stephen Ludwig
Vor bereits über 10 Jahren kam Stephen Ludwig aus Wilhelmshaven nach Stuttgart zu Ratbacher. Heute ist er Head of HR & Marketing und berichtet im Blog aus seiner langjährigen Erfahrung mit Bewerbern.

Kurzfassung des Artikels

Eine Kündigung sollte stets wohlüberlegt erfolgen, da sowohl eine Rücknahme der Entscheidung als auch die Annahme eines Gegenangebots das Vertrauen und die Wahrnehmung durch Vorgesetzte und Kolleginnen und Kollegen beeinträchtigen können. Wer seine Kündigung bereut oder auf ein Gegenangebot reagiert, muss mit negativen Auswirkungen auf das berufliche Ansehen und die zukünftige Zusammenarbeit rechnen. Daher ist es ratsam, eine Kündigung erst auszusprechen, wenn die Entscheidung eindeutig getroffen und eine alternative berufliche Perspektive gesichert ist.
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